Die Kosten auf einen Blick
Die Preise der Anbieter sind schwer vergleichbar, weil jeder anders abrechnet: nach Minuten, nach Gesprächen oder als Paket mit festem Kontingent. Aus den öffentlichen Preislisten mehrerer Anbieter ergibt sich im Oktober 2026 dieses Bild (alle Beträge netto):
| Kostenart | Typische Spanne | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Monatliche Grundgebühr | ca. 35 bis 300 € | Wie viele Minuten oder Gespräche enthalten sind und wie viele Rufnummern |
| Gespräche über dem Kontingent | ca. 0,10 bis 0,40 € pro Minute | Manche Anbieter rechnen pro Gespräch ab, etwa 0,25 € |
| Rufnummer | oft inklusive, sonst wenige Euro im Monat | Ihre bestehende Nummer bleibt, Anrufe werden per Rufumleitung weitergegeben |
| Einrichtung | 0 € (selbst eingerichtet) bis ca. 3.500 € (mit Begleitung) | Gesprächsleitfaden, Wissen über Ihren Betrieb, Weiterleitungsregeln, Tests |
| Anbindungen | sehr unterschiedlich | Kalender, Handwerkersoftware oder CRM kosten bei manchen Anbietern extra |
Für einen kleinen Betrieb mit einigen hundert Gesprächsminuten im Monat landen die laufenden Kosten meist im unteren bis mittleren Bereich dieser Spanne. Teurer wird es bei vielen Anrufen, mehreren Standorten, Fremdsprachen oder einer tiefen Anbindung an Ihre Software.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Den Monatspreis treiben vor allem drei Dinge:
- Die Gesprächsmenge. Wer jeden Tag 30 Anrufe hat, braucht ein größeres Kontingent als ein Betrieb, bei dem die KI nur abnimmt, wenn niemand frei ist.
- Die Aufgaben. Ein Anliegen aufnehmen und zusammenfassen ist einfach. Termine direkt in Ihren Kalender buchen, Stammkunden erkennen oder Daten in Ihre Software schreiben braucht mehr Einrichtung.
- Die Erreichbarkeit. Soll die KI nur nach Feierabend und bei besetzter Leitung abnehmen oder den ganzen Tag? Das verändert die Minutenzahl deutlich.
Die größte Stellschraube ist aber die Einrichtung. Eine Telefon-KI ist nur so gut wie das, was sie über Ihren Betrieb weiß: welche Leistungen Sie anbieten, in welchem Gebiet Sie arbeiten, was als Notfall gilt und wann sie an Sie durchstellen soll. Das sollte vor dem Start sorgfältig festgelegt und mit Testanrufen geprüft werden.
Selbst einrichten oder einrichten lassen?
Es gibt zwei Wege, und beide sind legitim:
Selbst einrichten
Viele Plattformen lassen sich ohne Einrichtungsgebühr selbst konfigurieren. Sie zahlen nur den Monatspreis. Dafür schreiben Sie Begrüßung, Gesprächsregeln und Wissen selbst, testen selbst und passen nach. Rechnen Sie dafür realistisch mit mehreren Stunden, und mit Nacharbeit in den ersten Wochen. Das passt, wenn Sie gern an solchen Dingen tüfteln und die Zeit dafür haben.
Einrichten lassen
Ein Dienstleister übernimmt Gesprächsleitfaden, Weiterleitungsregeln, Kalenderanbindung, Kennzeichnung als KI, Datenschutz und die Testphase. Das kostet einmalig mehr, dafür läuft die KI vom ersten Tag an so, wie Ihre Kunden es von Ihnen gewohnt sind. Sinnvoll ist das vor allem, wenn Ihre Zeit auf der Baustelle mehr wert ist als am Schreibtisch, oder wenn die KI mit Kalender oder Software zusammenarbeiten soll.
Was die Alternativen kosten
Ein KI-Telefonassistent ist nicht die einzige Lösung für verpasste Anrufe. So schneiden die üblichen Alternativen im Vergleich ab:
| Mailbox | Telefonservice | Bürokraft (Minijob) | KI-Telefonassistent | |
|---|---|---|---|---|
| Laufende Kosten | meist im Telefonvertrag enthalten | Tarife ab ca. 60 € im Monat, dazu Kosten je Anruf | rund 790 € im Monat (603 € Lohn plus ca. 31 % Abgaben) | ca. 35 bis 300 € im Monat plus Einrichtung |
| Erreichbar | immer | zu den Servicezeiten, rund um die Uhr gegen Aufpreis | rund 43 Stunden im Monat | rund um die Uhr, auch bei mehreren Anrufen gleichzeitig |
| Was mit dem Anruf passiert | Nachricht, wenn der Anrufer nicht auflegt | ein Mensch nimmt eine Nachricht auf | ein Mensch kümmert sich darum | Anliegen wird erfragt und als Zusammenfassung geschickt |
| Termine buchen | nein | teilweise | ja | ja, mit Kalenderanbindung |
| Grenzen | viele Anrufer legen auf | kennt Ihren Betrieb nur oberflächlich | Urlaub, Krankheit, begrenzte Stunden | keine Fachberatung, Notfälle gehen an Sie |
Eine Bürokraft erledigt mehr als das Telefon: Angebote, Rechnungen, Bestellungen, Kundenbetreuung. Ein Teil davon lässt sich ebenfalls automatisieren. Eine KI kann zum Beispiel aus einer Kundenanfrage einen Angebotsentwurf erstellen, den Sie nur noch prüfen und freigeben. Verknüpft mit der Telefon-KI wird so aus einem Anruf direkt eine Anfrage mit allen Angaben, die Sie für das Angebot brauchen. Was Erfahrung und persönlichen Kontakt erfordert, bleibt bei einem Menschen. Deshalb lohnt sich der Blick auf jede einzelne Aufgabe: Welche lässt sich automatisieren, und wofür brauchen Sie wirklich eine Person? Einen Überblick gibt der Artikel Automatisierung im Handwerksbetrieb.
Praxisbeispiel: ein Anruf, während Sie auf der Baustelle sind
So läuft ein typischer Anruf bei einem SHK-Betrieb mit Telefon-KI ab. Das Beispiel ist erfunden, der Ablauf entspricht dem, was heutige Systeme leisten.
Dienstag, 10:40 Uhr. Der Chef liegt unter einer Spüle, der Kollege ist beim Kunden. Das Telefon klingelt, nach dreimal Klingeln übernimmt die KI.
- Begrüßung: „Guten Tag, hier ist die digitale Assistentin von Haustechnik Muster. Ich bin eine KI und nehme Ihr Anliegen auf.“ Der Hinweis auf die KI ist Pflicht.
- Anliegen klären: Die Anruferin hat seit dem Morgen kein warmes Wasser. Die KI fragt nach Name, Adresse, Rückrufnummer, dem Heizungsgerät und ob Wasser austritt.
- Dringlichkeit einschätzen: Es tritt kein Wasser aus, also kein Notfall nach den Regeln des Betriebs. Bei einem Wasserrohrbruch hätte die KI sofort zum Chef durchgestellt.
- Nächster Schritt: Die KI bietet einen Rückruf innerhalb einer Stunde an und bestätigt ihn.
10:44 Uhr. Auf dem Handy des Chefs kommt eine Zusammenfassung an: Name, Adresse, Gerät, „kein Warmwasser seit heute früh, kein Wasseraustritt, Rückruf bis 11:45 zugesagt“. Er ruft in der Mittagspause zurück und hat alle Angaben schon vor sich. Ohne KI wäre die Anruferin auf der Mailbox gelandet und hätte vermutlich den nächsten Betrieb probiert.
Ein Mensch übernimmt immer dort, wo es um Beratung, Preise im Einzelfall oder verärgerte Kunden geht. Die KI nimmt diese Anliegen auf und gibt sie weiter.
Beispielrechnung: Ab wann rechnet sich das?
Ob sich ein KI-Telefonassistent lohnt, hängt nicht vom Preis allein ab, sondern davon, wie viele Aufträge Ihnen heute durch verpasste Anrufe entgehen. Eine einfache Faustregel:
Monatliche Kosten der KI ÷ Ertrag pro Auftrag = zusätzliche Aufträge, die Sie im Monat brauchen.
Ein Beispiel mit ausdrücklich angenommenen Werten:
- Laufende Kosten: 150 € im Monat. Einrichtung: 2.000 €, verteilt auf zwei Jahre, also rund 83 € im Monat. Zusammen rund 233 € im Monat oder rund 2.800 € im Jahr.
- Eine Heizungswartung kostet den Kunden meist 100 bis 250 €. Davon ist nur ein Teil Ertrag. Mit kleinen Aufträgen allein brauchen Sie also einige zusätzliche im Monat.
- Eine Teilsanierung im Bad liegt im Schnitt bei 5.000 bis 18.000 €. Kommt durch die Telefon-KI nur ein solcher Auftrag im Jahr zusätzlich zustande, liegt der Umsatz deutlich über den Jahreskosten.
Mini-Rechner: Rechnet sich die Telefon-KI für Ihren Betrieb?
Setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein. Die Felder sind mit vorsichtigen Beispielwerten vorbelegt.
Richtwert, keine Zusage.
Nicht in die Rechnung fließt die Ruhe, die Sie gewinnen, weil Sie nicht für jeden Anruf die Arbeit unterbrechen müssen.
Unterschiede nach Gewerk
- SHK: viele Anrufe zu Störungen, Wartungsterminen und Notdienst, im Herbst besonders viele. Hier zählen klare Regeln, was ein Notfall ist und wann die KI durchstellt.
- Elektro: Störungsmeldungen, aber auch Anfragen zu Wallbox, Photovoltaik oder Zählerschrank. Die KI kann die wichtigsten Eckdaten für ein Angebot gleich mit aufnehmen.
- Maler, Fliesenleger, Ausbau: wenige Notfälle, viele Anfragen für Besichtigungstermine. Hier bringt die direkte Terminbuchung am meisten.
Grenzen und Pflichten, die Sie kennen sollten
- Kennzeichnung: Seit dem 2. August 2026 verlangt der EU AI Act, dass Anrufer erfahren, dass sie mit einer KI sprechen. Das gehört in die Begrüßung.
- Datenschutz: Die KI verarbeitet Namen, Adressen und Anliegen. Achten Sie auf einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach DSGVO und auf Datenverarbeitung in der EU. Ob und wie Gespräche aufgezeichnet werden, sollten Sie vor dem Start klären.
- Dialekt und Lärm: Heutige Spracherkennung versteht die meisten Anrufer gut. Bei starkem Dialekt oder Baustellenlärm im Hintergrund fragt sie öfter nach. Testen Sie das vor dem Start mit echten Anrufen.
- Stammkunden: Wer Angst hat, dass Stammkunden sich abgewimmelt fühlen, kann die KI nur außerhalb der Arbeitszeit oder bei besetzter Leitung einsetzen. Bei manchen Systemen lassen sich bekannte Nummern auch direkt durchstellen.
Diese Hinweise sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung. Für Ihren konkreten Fall fragen Sie am besten eine Anwältin, einen Anwalt oder Ihren Datenschutzbeauftragten.
Fazit
Ein KI-Telefonassistent kostet einen kleinen Handwerksbetrieb meist weniger als 300 € im Monat, plus Einrichtung, wenn Sie sie nicht selbst übernehmen. Er lohnt sich, wenn Anrufe heute regelmäßig auf der Mailbox landen und ein Teil davon neue Aufträge wären. Wenn kaum Anrufe verloren gehen, sparen Sie sich das Geld.
Wo die Telefon-KI sonst noch hilft und wo nicht, lesen Sie im Artikel KI im Handwerk: Was sich lohnt und was nicht. Wie wir sie einrichten, steht auf der Seite KI-Telefonassistent.
Was würde die Telefon-KI in Ihrem Betrieb kosten?
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